Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 13.05.2019 - 18.05.2019

Weizen

Nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes ging es zunächst bergab mit den Weizenkursen. Die Erwartungen hoher Endbestände wurden bestätigt bzw. übertroffen. Für das Wirtschaftsjahr lagen diese auf globaler Ebene bei 274,98 Mio. t. Erstmalig wurde dabei auch eine Kategorie „Welt ohne China“ erhoben. Hieraus ergibt sich ein Endbestand von 134,99 Mio. t. Noch komfortabler wird die Situation von den US-Experten für das kommende Jahr eingestuft. Demnach belaufen sich die Weltendbestände in 19/20 auf 293,01 Mio. t und ohne China auf 146,82 Mio. t. Nach dem folgenden Kursrutsch kam es aber prompt zu einer Korrektur-Bewegung. Mittlerweile ist der Juli-Kontrakt an der CBoT wieder auf 456,50 ct/bu geklettert und damit um knapp 32 ct/bu höher als am Freitag vergangener Woche. Als stützende Impulse wirkten die Erholung am Maismarkt sowie das schleppende Aussaattempo des Sommerweizens, das sich zuletzt auf 45% belief und damit den Durchschnittswert von 67% deutlich unterschritt. An der Matif hangelte sich der neue Frontmonat ebenfalls wieder nach oben und landete bei 172,25 EUR/t. Für Deutschland wurden in der vergangenen Woche neue Prognosen bekannt gegeben. Die Weizenernte soll laut Deutschem Raiffeisenverband auf 24,3 Mio. t ansteigen. Das entspräche einem Plus von 19,8% zum Vorjahr.

 

Soja/Raps

In der vergangenen Woche ging es für den Ölsaaten-Komplex, insbesondere für die Sojabohnen recht turbulent zu. Die USA erhöhten die Zölle auf chinesische Importe und China reagierte prompt mit Gegenmaßnahmen. Das sorgte an den Börsen zunächst für Verunsicherung. Zeitweise rutschten die Bohnen daraufhin auf den tiefsten Stand seit 11 Jahren. Gleichzeitig fielen auch die USDA-Zahlen für die Kursentwicklung bärisch aus, belastet durch die sinkende Nachfrage Chinas. Sowohl für die Saison 18/19 als auch für 19/20 wird global mit Endbeständen in Höhe von 113 Mio. t gerechnet. Dementsprechend gerieten die Kurse unter Druck. Dennoch hielt die Schwächephase an den Börsen nicht lange an. Die beiden Großmächte signalisierten in Sachen Handelskrise trotz der Zollerhebungen und der abgebrochenen Verhandlungen weitere Gesprächsbereitschaft. Damit hellte sich die Stimmung wieder auf, zudem das niedrige Kursniveau zu Schnäppchenkäufen animierte. Zusätzlich sorgte auch das langsame Aussaattempo in den USA für positive Impulse. Dieses lag witterungsbedingt zuletzt bei 9% und verfehlte damit den Durchschnittswert von 28%. Wetterdienste sehen auch für die kommende Woche noch keine Besserung voraus, sodass sich das Kursniveau stabilisieren könnte.

 

Mais

Nach einem Kursrutsch zum Wochenende zeigten sich die Maiskurse zuletzt wieder im grünen Bereich. Das US-Agrarministerium ging in seinem Mai-Bericht von einer zunehmenden Mais-Produktion aus. Für 18/19 schätzten es diese auf globaler Ebene auf 1,11 Mrd. t. Noch mehr Mais wird für 19/20 in Höhe von 1,13 Mrd. t erwartet. Als Folge wird insbesondere in den USA mit höheren Endbeständen gerechnet. Während diese für 18/19 mit 53,2 Mio. t angegeben wurden, könnten es im folgenden Wirtschaftsjahr schon ca. 10 Mio. t mehr sein. Belastet durch diese Aussichten und bei gleichzeitiger Sorge um den weiteren Verlauf des Handelsstreits zwischen den USA und China ging es am Freitag zunächst abwärts mit den Kursen an der CBoT. Die Matif zog am Montag nach. Doch wie bei den Sojabohnen drehte sich das Stimmungsbarometer wieder recht schnell. Die Schwierigkeiten bei der Aussaat im Mittelwesten der USA gerieten wieder in den Fokus des Marktgeschehens. Zuletzt belief sich der Fortschritt auf lediglich 30% und verfehlte damit den Durchschnittswert von 66% deutlich. Als Folge rechnen die Marktteilnehmer mit einer Reduzierung der Anbaufläche, die eine Anpassung der Produktionszahlen und Endbestände zur Folge hätte.

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