Behindern Mykotoxine die Impfung bei Schweinen?

09.12.2022

Praktiker berichten gelegentlich, dass erprobte und bisher wirksame Impfmaßnahmen plötzlich gar nicht mehr oder nur unzureichend greifen. Können Mykotoxine im Futter die Ursache sein? Diese Frage sind Wissenschaftler der tierärztlichen Fakultät der Uni Leipzig auf den Grund gegangen. Die Ergebnisse wurden Mitte April beim 1. Mitteldeutschen Schweineforum in Leipzig vorgestellt.

Es zeigte sich, dass z.B. das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON) das Immunsystem schwächen kann- auch in niedriger Dosis ohne typische Symptome. Schweine, denen DON verabreicht wurde, die wenig später gegen PRRS geimpft und anschließend mit dem PRRS-Virus infiziert wurden, bildeten weniger PRRS-Antikörper aus als Tiere, die kein DON erhielten.

Aus anderen Untersuchungen ist bekannt, dass Sauen, die oral DON aufnehmen (v.a. über das Futter), mittel- bis hochgradige Entzündungen im Genitaltrakt aufweisen können. Diese äußern sich v.a. in erhöhten Umrauschquoten, schwankenden Trächtigkeitsraten oder Vaginalausfluss in unterschiedlichen Trächtigkeitsstadien.

Bei unklaren Fruchtbarkeitsstörungen oder ausbleibenden Impferfolg sollte man daher immer auch die Mykotoxinbelastung checken. Der Nachweis ist jedoch schwierig. Häufig wird der preiswertere, aber mitunter fehlerhafte ELISA-Test zu Bestimmung von Antikörpern im Blut verwendet. Zuverlässiger arbeitet der teurere HPLC-Test. Allerdings gibt es bisher noch keine verlässlichen Referenzwerte.

Quelle: „Impfversager durch Mykotoxine“ aus top agrar 7/2022

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