Häckselstroh oder Strohpellets?

08.03.2022

Seit August letzten Jahres müssen laut Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung alle Schweine Zugang zu organischen und faserreichem Beschäftigungsmaterial haben. Betriebe, die an der Initiative Tierwohl (ITW) teilnehmen, müssen außerdem gesundheitlich unbedenkliches Rauhfutter anbieten.
Das Beschäftigungs(rau)futter muss mindestens 20% Rohfaser enthalten. Für die Mast gibt ITW einen Orientierungswert von 50g/Tag an.
Um insbesondere die Verzehrsmengen von rohfaserreichen Futtermitteln zu ermitteln, wurden in einem Versuch Kreuzungsferkel nach Gewicht und Geschlecht auf zwei Gruppen verteilt und in Zweiergruppen gehalten. Die Tiere wurden dreiphasig gefüttert und erhielten ab 90 kg LG ein Futter mit 12 % Rohprotein und 0,40% Phosphor. Das Beschäftigungsfutter wurde in einem separaten Trog ad libitum angeboten.

Ergebnisse:

  • Die mittleren Leistungen lagen bei rund 960 g Tageszunahmen und einem Futteraufwand von 2,55 kg/kg Zuwachs. Unterschiede in der Mastleistung traten nicht auf
  • Im Mittel wurden 0,991 Indexpunkte je kg Schlachtkörpergewicht erzielt. Signifikante Unterschiede in der Schlachtkörperbewertung gab es nicht
  • Die Verbräuche an Häckselstroh bzw. Strohpellets in der gesamten Mast unterschieden sich mit 262 bzw. 837 g sehr deutlich
  • Interessant war, dass die weiblichen Schweine deutlich mehr Häckselstroh und Strohpellets verbrauchten als die Kastraten

Schlussfolgernd kann man sagen, dass die Mastschweine deutlich weniger als die von ITW genannte Menge aufnehmen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass in der Praxis die verbrauchten Strohmengen sehr unterschiedlich sein können, da das angebotene Stroh nicht immer vollständig gefressen wird, sondern z.Z. im Güllekanal landet.

 Quelle: „Häckselstroh oder Strohpellets?“ aus SUS 6/2021

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