Leistungsbremsen im Bullenstall- Teil 2

25.01.2022

Wenn Mastrinder in ihrer Bucht nicht zur Ruhe kommen, lauthals brüllen, aufreiten, im Futter wühlen oder sich permanent gegenseitig bedrängen, sollte man auf Fehlersuche gehen.
Fakt ist, dass unruhige Bullen weniger fressen, mehr Energie verbrauchen für ihre körperliche Aktivität und daher auch deutlich schlechter zunehmen.
Dadurch wachsen die Gruppen auseinander und die Tiere können schneller krank werden.
In Teil 1 und 2 erfahren Sie über insgesamt 10 mögliche Ursachen für so ein Verhalten Rangkämpfe nach dem Ein- oder Umstallen

  1. Ration und Selektion
    Eine nicht ausgewogene Ration lässt die „innere Ruhe“ der Bullen komplett verloren gehen. Zu wenig Struktur und
    gleichzeitig zu viele stärkereiche Komponenten können Klauenerkrankungen und Schwanzspitzennekrosen
    verursachen.
    Können die Bullen die Ration aussortieren, muss ggf. auch Wasser zugefügt werden. Sonst weicht die gerechnete
    Ration deutlich von der gefressenen Ration ab

  2. Konkurrenz um Tränken
    Wenn die Selbsttränke ausgefallen oder verschmutzt ist, reagieren die Bullen mit vermehrtem Brüllen und Unruhe.
    Mindestens zwei Tränkestellen pro Bucht verhindert die Blockade durch ranghöhere Tiere.

  3. Hitzestress und Fliegen
    Mastbullen können aufgrund der begrenzten Buchtengröße nicht vor Wärme ausweichen. Auch punktuelle Hitze durch Strahlung unter Lichtplatten kann für die Tiere zur Qual werden. Daher sollten frühzeitig die Stalltüren aufgemacht werden, mit Ventilatoren für Luftbewegung gesorgt werden und Lichtplatten zur Sonnenseite

  4. Langeweile und fehlende Beschäftigung
    Angebot von Lecksteinen oder Scheuerbürsten zur Fellpflege können zum Wohlbefinden beitragen

  5. Der Mensch und Unruhe von außen
    Das Verhalten des Menschen spiegelt sich im Verhalten der Tiere wider.
    Wenn die Versorgung der Tiere, der Gang durch den Stall und auch das Hantieren mit den Bullen in Ruhe, ohne Hektik und ohne Lärm geschehen, dann verhalten sich die Bullen auch entsprechend

Quelle: „Weniger brüllen, mehr fressen und liegen“ aus top agrar 7/2020

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