Zuchtziele bei Milchkühen bis 2035?

11.11.2022

Die Milcherzeugung in Nordamerika oder in Europa wird sich auch künftig weiter verändern.
Da sich die Milcherzeugung zu einem immer diffizileren Geschäft entwickeln dürfte, kann auch davon ausgegangen werden, dass unterschiedliche Kuhtypen von zunehmendem Interesse sind. Aktuelle Entwicklungen erlauben folgende Aussagen:

  • Der genutzte Kuhtyp wird in Abhängigkeit von vorliegenden Standortfaktoren, Produktionszielen und Verbraucherwünschen deutlich verschieden sein.
  • Es sollte zukünftig in Deutschland (mindestens) ein Kraftfutter-Typ und ein „Grünland-Typ“ erwartet werden. Sie werden auf Basis sehr unterschiedlicher Zuchtziele entwickelt.
  • Hitzetoleranz wird ein zentrales Zuchtziel werden. Im Ergebnis dieser Aktivitäten werden aus globaler Sicht neue, spezifische Linien (innerhalb vorhandener Rassen) entstehen
  • Die Bedeutung der tierindividuellen Anpaarung (einschl. Linienkreuzung, Rassenkreuzung) wird weiter zunehmen, wie bereits aktuell die Form der systematischen Erzeugung männlicher Masthybriden zu erkennen ist
  • Die Milch- und Rindfleischerzeugung wird (wieder) enger zusammenrücken, allerdings nicht indem Zweinutzungszuchtprogramme forciert werden, sondern auf der Grundlage hocheffizienter Kreuzungsprogrammen mit spezialisierten Milch- und Fleischrindertypen. Masthybriden, die in Milchproduktionssystemen systematisch erzeugt werden, produzieren weniger als die Hälfte der Treibhausgase je kg Fleisch vergleichsweise gegenüber Mutterkuhhaltungssystemen

Eine „kohlenstoffneutrale“ Landwirtschaft wird eingeführt werden, unterstützt durch (neue) innovative Technologien z.B. beim Exkrementenmanagement (Harn, Kot), in der Fütterung, Tiermedizin sowie in der Züchtung (einschl. Gene-Editing) bei konsequenter Wassernutzung in geschlossenen Kreisläufen

 Quelle: „Wohin geht die Zucht bis 2035“? aus Milchpraxis 5/2022

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