Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 08.07.2019 - 12.07.2019

Weizen

Die Weizenpreise gaben zu Wochenbeginn nach, konnten sich zur Wochenmitte dann aber etwas erholen. Zunächst belasteten höhere Ernteerwartungen und bessere Bonitierungen der Bestände die Kurse. Denn für die Ukraine, die bereits einen Erntefortschritt von 40% aufweisen kann, wurde zuletzt eine Produktion von 28,8 Mio. t erwartet, was einem Anstieg von 17% im Vergleich zum Vorjahr entsprechen würde. Damit könnten auch die Exporterwartungen auf 19,5 Mio. t angepasst werden, was einem Plus von 3,3 Mio. t zu 2018 entsprechen würde. Nach guten Ertragsmeldungen aus Südfrankreich wurde die Ernteprognose mit 37,5 Mio. t ausgegeben, was einem Anstieg von 8,5% entspräche. Dieser Wert würde sogar 4% über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Auf der anderen Seite wurden allerdings auch Schätzungen reduziert. Für Russland gehen die Zahlen derweil noch etwas auseinander, die Spanne liegt aktuell zwischen 76-80 Mio. t, das US-Agrarministerium rechnete im Juni mit 78 Mio. t. Darüber hinaus wurde die Erwartung für die australische Ernte von 22,5 Mio. t auf 21,5 Mio. t angepasst. Im Vorjahr wurden dort nur 17,2 Mio. t geerntet.

Mit Blick auf Deutschland macht man sich vor allem im Norden und Osten Sorgen um die Ertragsentwicklung. Die anhaltende Trockenperiode mit nur leichten Schauern hat zu einer frühen Abreifung der Pflanzen geführt.

 

Soja/Raps

Die Sojabohnen starteten verhalten in die Woche und konnten sich dann stabilisieren, Raps legte in den letzten Tagen einen ordentlichen Aufschwung hin. Dieser baute vor allem auf den Erwartungen für die EU-Ernte, die teilweise schon begonnen hat, auf. Jüngste Schätzungen belaufen sich auf 17,9 Mio. t, was einem Minus von 2 Mio. t bzw. ca. 10% entspräche. Für Deutschland könnte sich die Menge demnach auf 3 Mio. t summieren. Nachdem die ukrainischen Prognosen zunächst höher ausfielen, wurden auch diese Zahlen angepasst, was die Preise weiter stabilisierte.

Soja zeigte sich zunächst belastet von den schwachen Palmöl-Notierungen. Doch zur Wochenmitte entwickelten die Bohnen etwas Eigendynamik, koppelten sich vom Palmöl ab und erholten sich etwas. Grund dafür war der Crop Progress Report. Aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen verzögert sich die Aussaat und die jungen Pflanzen hängen mit dem Entwicklungsstand hinter dem Vorjahr zurück. Nur 53% der Bestände werden in den Kategorien gut und exzellent eingestuft, im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt knapp 20% mehr. Darüber hinaus lieferte die Prognose, dass die Erträge im USDA-Report um 1 bpa herabgestuft werden, Impulse.

 

Mais

Mais handelte in den vergangenen Tagen weitestgehend seitwärtsgerichtet. Dabei hätte die derzeitige Nachrichtenlage durchaus für Impulse sorgen können. Die Anbauflächenschätzung aus dem USDA-Quartalsbericht wird nach wie vor heiß diskutiert. Einige Marktteilnehmer trauten der deutlich höheren Anbaufläche von vor ca. zwei Wochen nicht und erwarten im heutigen Bericht eine Anpassung nach unten. Darüber hinaus wurden die Erträge zuletzt ca. 1 bpa geringer eingeschätzt. Sollten diese Zahlen so bekanntgegeben werden, entsteht sicherlich etwas Luft nach oben für die Preise. Der europäische Markt dürfte darüber hinaus die Bonitierungen aus Frankreich positiv aufgenommen haben. Die Bestände in den Kategorien gut bis exzellent verringerten von 82% auf 79%. Außerdem leiden die deutschen Bestände unter dem trockenen Wetter. Noch könnten die Pflanzen einiges aufholen, dazu muss es aber ausreichend regnen. Bleibt Niederschlag aus, sind geringe Erträge zu erwarten.

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