Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 13.08.2018 - 17.08.2018

Mahlweizen

Die Weizenkurse durchlebten in den vergangenen Tagen ein Wechselbad der Gefühle. Bereits im Vorwege des USDA-Berichtes ebbte die Euphorie der letzten Tage ab und Positionsglattstellungen führten zu leicht schwächeren Tendenzen. Dann folgte am vergangenen Freitag der Paukenschlag. Lediglich die europäische Erntemenge wurde im USDA-Bericht deutlich um 7,5 Mio. t nach unten korrigiert. Die übrigen Länder hielten ihre Mengen des Vormonatsberichts oder wurden sogar leicht erhöht, wie z. B. die russische Weizenernte, die sogar um 1 Mio. t auf 68 Mio. t angehoben wurde. Unterm Strich ergaben sich aus den Schätzungen globale Endbestände von 258,96 Mio. t. Knapp 3 Mio. t über den Erwartungen der Marktteilnehmer. Das sorgte für Kursverluste an den Börsen, zusätzlich beeinflusst von den schwachen Mais- und Sojanotierungen. In den letzten Tagen zeichneten sich dann noch günstigere Witterungsbedingungen in den US-Plains ab, die der neuen Aussaat einen guten Start bereiten könnten. Diese unsicheren Tendenzen an der Börse zeigten auch Wirkung am physischen Markt. Die Einkäufer hoffen angesichts der nachgebenden Kurse, nicht mehr auf jede Preisforderung eingehen zu müssen. Auf der anderen Seite werden die Erzeuger zunehmend nervös vor Sorge, den Hochpunkt bereits verpasst zu haben.

USDA

  • US-Endbestände 25,42 Mio. t (Juli: 26,80 Mio. t)
  • Welt-Endbestände 259,96 Mio. t (Juli: 260,88 Mio. t)

Crop Progress

  • Winter Wheat: 94% harvested           (Vorjahr 97%, Durchschnitt 96%)
  • Spring Wheat:           75% gut/exzellent       (Vorwoche 74%, Vorjahr 33%)

US-Exportzahlen

  • 803.000 t

 

Soja/Raps

Die Sojabohnen schrieben nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes große Verluste. An der CBoT verlor der Frontmonat knapp 40 ct/bu und schloss bei 850,75 ct/bu. Neben der Nervosität hinsichtlich der Handelskrise zwischen den USA und China, sorgten nun auch noch die sehr guten Ertragsschätzungen für starken Druck. Die US-Analysten prognostizierten Erträge in Höhe von 51,6 bu/acre und eine Erntemenge von 4,586 Mio. bu. Daraus könnten sich US-Endbestände in einer Rekord-Höhe von 785 Mio. bu ergeben. Mittlerweile zeichnet sich jedoch wieder eine leichte Entspannung ab, nachdem China mitgeteilt hatte, offen für weitere Gespräche mit der US-Regierung zu sein. Marktbeobachter vermuten jedoch, dass sich daraus keine grundlegende Änderung der Situation ergeben wird. Beeinflusst von den schwachen Vorgaben aus Übersee konnte sich auch der Rapskontrakt nur nach unten bewegen. Zum Wochenstart rutschte er auf 378,50 EUR/t, konnte sich aber mit Hilfe des schwächeren Euros zuletzt wieder auf 383 EUR/t hangeln.

USDA

  • US-Endbestände 21,35 Mio. t     (Juli: 15,77 Mio. t)
  • Welt-Endbestände 105,94 Mio. t   (Juli: 98,27 Mio. t)

Crop Progress

  • Soybeans: 66% gut/exzellent (Vorwoche 67%, Vorjahr 59%)

US-Exportzahlen

  • 133.400 t / 571.600 t

 

Mais

Der USDA-Bericht der vergangenen Woche versetzte auch den Maiskursen einen deutlichen Dämpfer. Ausschlaggebend waren die hohen Ernteerwartungen der USA. Die Ertragszahlen wurden auf 178,4 bu/acre geschätzt, 4,4 bu/acre mehr als im Vorjahr. Ebenso wurde die US-Erntemenge auf 370,51 Mio. t erhöht – ein Plus von 9 Mio. t zum Vormonatsbericht! Entsprechend kletterten dann auch die US-Endbestände auf 42,77 Mio. t und die globalen Endbestände auf 155,49 Mio. t nach oben. Das sorgte für Druck auf die Kurse. Nach der Bekanntgabe der Prognosen rutschte der US-Mais um 12 ct/bu auf 357,75 ct/bu ab. Weitere schwächere Impulse bringen aktuell die besseren Wetterbedingungen im Maisgürtel, denn das könnte die ohnehin optimistischen Schätzungen des US-Agrarministeriums vielleicht doch noch erhöhen. Der Matif-Mais folgte den schwachen Vorgaben und fiel zum Wochenstart auf 185,25 EUR/t zurück. Zuletzt zeichnete sich jedoch eine leichte Erholungsphase ab und die Vorzeichen stehen aktuell auf „grün“.

USDA

  • US-Endbestände 42,77 Mio. t     (Juli: 39,43 Mio. t)
  • Welt-Endbestände 155,49 Mio. t   (Juli: 151,96 Mio. t)

Crop Progress

  • Corn 70% gut/exzellent        (Vorwoche 71%, Vorjahr 62%)

US-Exportzahlen

  • 339.000 t / 1.044.800 t

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