Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 09.05.2022 - 13.05.2022

Weizen

Es ist die Angst vor Ertragsausfällen auf Grund der Trockenheit auf der nördlichen Halbkugel, die die Weizennotierungen an den Terminbörsen auf ihrem derzeitigen Niveau hält. Teile der wichtigsten Anbauregionen sind trocken und brauchen dringend Regen. Nordamerika, Europa, Nordafrika, der Mittlere und Nahe Osten sowie Indien sind trocken. Hinzu kommt die Unsicherheit über den Fortgang des Krieges in der Ukraine und damit die Frage wieviel Weizen kann die Ukraine produzieren? Gespannt darf man sein ob sich diese Faktoren auch im heutigen USDA-Mai-Report wiederfinden lassen. In Vorbereitung auf den Report haben Investoren bereits ihre Positionen in Stellung gebracht. Im Mai-Report veröffentlicht das USDA seine erste Schätzung zur globalen Versorgungs- und Nachfragesituation für das Wirtschaftsjahr 2022/23. 

FranceAgriMer hat in seinem Monatsbericht die französischen Exporte außerhalb der EU nochmals für das laufende Wirtschaftsjahr 2021/22 gesenkt. Man geht nun von 9,25 Mio. t aus gegenüber 9,50 Mio. T aus dem Vormonat. Begründet wird die Reduzierung mit der sehr schleppenden Nachfrage im Export. Durch das hohe Preisniveau an den Weltmärkten warten einige Importeure mit ihren Einkäufen ab.

 

Soja/Raps

Die Rapskurse an der Matif konsolidieren sich weiter nach unten. Gewinnmitnahmen bestimmen den Handel und drücken auf die Kurse. Impulse aus den pflanzlichen Ölen fehlen um die Notierungen wieder auf Kurs in Richtung Norden zu bringen. Der deutsche Raiffeisenverband rechnet mittlerweile mit Ertragseinbußen bei Raps bedingt durch die Frühjahrstrockenheit in Teilen von Deutschland. Für die Produktion 2022 erwartet man nur noch 3,8 Mio. t. Dies wäre dann 9,4% mehr als im Jahr 2021 allerdings kommt der Zuwachs über eine größere Anbaufläche zu Stande. Die Sojanotierungen hingegen können durch die Aussichten auf eine kleinere globale Produktion 2022/23 an Wert zulegen. Eine größere Sojaproduktion 2022/23 wird für Brasilien erwartet. Laut der Schätzung von Patria Agronegocios wird eine Menge von 146 Mio. t erwartet. Das wären dann 19,5% mehr als in der laufenden Saison 2021/22.

 

Mais

Die positive Entwicklung der Maisnotierungen wird durch die langsame Aussaat in den USA gestützt. Zwar konnten die US-Landwirte in den letzten Tagen etwas an Geschwindigkeit zu legen, allerdings verhindert eine neue Regenfront den weiteren Fortschritt der Aussaat. Im Vorfeld des heutigen USDA-Reports rechnet der Handel mit einer rückläufigen Anbaufläche sowie einer kleineren Produktion für die Saison 2022/23. Eine zusätzliche Unterstützung bekamen die Kurse durch positive Zahlen aus der Ethanolproduktion. In der 18. KW wurden laut der US-Energiebehörde 991.000 Barrel/tag produziert. Das entspricht einem Zuwachs von 2,3% gegenüber der Vorwoche.

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