Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 23.03.2020 - 27.03.2020

Weizen

Die Weizenkurse vollführten in den vergangenen Tagen eine scharfe Kehrtwende und kletterten rasant nach oben. Innerhalb von 10 Tagen erreichte der Frontmonat an der Matif ein Plus von über 20 EUR/t und schloss zuletzt wieder knapp unterhalb der 200-Euro-Marke. Ebenso spektakulär schossen die Kurse des US-Weizens aufwärts. Dieser notierte zuletzt bei 580 ct/bu und verbuchte damit ein Plus von über 80 ct/bu ebenfalls innerhalb von zehn Tagen. Ausschlaggebend für diesen überraschenden Aufschwung waren Vorratskäufe der Verbraucher, die sich sowohl in Europa als auch in den USA bemerkbar machen. Insbesondere Lebensmittel wie Mehl, Nudeln und Brot sind gefragt. Viele Menschen müssen nun zu Hause bleiben und sich zumeist selbst versorgen. Daher gewinnen diese Lebensmittel wieder an Wert. Und die Zukunft ist ungewiss. Das sorgt in manchen Regionen regelrecht zu Panikkäufen. Besonders weil die künftige Situation hinsichtlich der Versorgung und der Lieferketten unsicher ist. Dieser Meinung sind auch zunehmend die Verarbeiter und Futterhersteller, die ebenso dazu übergingen, ihre Vorräte deutlich aufzustocken. Das verursachte auch am Kassamarkt einen deutlichen Aufschwung der Preise. Gleichzeitig sorgt auch die Hoffnung, auf eine Umsetzung des Teilabkommens zwischen den USA und China für stützende Impulse. In den vergangenen Wochen wurden 340.000 t US-Weizen an China verkauft. Da sich in diesem Land die Infektionswelle bereits verringert, besteht die Hoffnung, dass der Bedarf wächst und weitere Kaufaufträge aus dieser Region folgen werden.

 

Soja/Raps

Ähnlich wie dem Weizen erging es zuletzt den Sojabohnen, die getrieben durch einen starken Anstieg der Sojamehl-Kurse nach oben schnellten. Die Sorge der Verarbeiter ist groß, dass aufgrund der Corona-Pandemie die Lieferketten weiter unterbrochen werden und dadurch Versorgungsengpässe entstehen könnten. Gleichzeitig belasten die Streiks an den Häfen die Exporttätigkeiten aus Argentinien. Diese Situation ließ nicht nur die Börsenkurse, sondern auch die Preise am Kassamarkt nach oben schnellen. Der Großhandelspreis für Sojaschrot Parität Hamburg kletterten bereits über die 370-Euro-Marke und erreichten damit innerhalb von wenigen Tagen ein Plus von ca. 20%. Der Raps folgte dieser Kursentwicklung nur zögerlich. Dabei ist von Marktbeobachtern zu hören, dass Rapsschrot derzeit kaum noch zur Verfügung steht und die Aussicht auf eine enge Versorgungslage müsste die Preise nach oben bringen. Zur Wochenmitte schaffte es der Frontmonat an der Matif jedoch, den Weg nach oben einzuschlagen und arbeitete sich hoch auf 350 EUR/t. Unterstützend wirkten dabei auch die aktuelle Wetterentwicklung in Teilen Europas. Die Temperaturen sinken deutlich und die Rapsbestände sind bereits weit entwickelt. Damit erhöht sich die Gefahr von Frostschäden, die weitere Ertragseinbußen mit sich bringen könnte.

 

Mais

Sowohl an der Matif als auch an der CBoT folgten die Maiskurse - zumindest in abgeschwächter Form - dem Aufschwung am Weizenmarkt. Zusätzlich beflügelten Kauforders aus China die positive Stimmung an der Börse. Die Corona-Krise scheint sich in China ein wenig zu entspannen und dementsprechend ist mit weiteren Kaufaufträgen, die im Rahmen des Phase-1-Deals vereinbart worden sind, zu rechnen. Dennoch bleibt die Sorge um die schwindende Nachfrage nach Treibstoff, die die Ethanolproduktion belastet. Der globale Slow Down des wirtschaftlichen Lebens senkt den Bedarf und gleichzeitig überfluten Saudi Arabien und Russland aufgrund des Ölpreiskrieges den Markt mit Rohöl. Als Folge bricht die Nachfrage nach Ethanol weiter ein und einige Firmen haben ihre Verarbeitungskapazitäten schon deutlich eingeschränkt. Das setzt auch die Maiskurse immer wieder unter Druck, denn normaler Weise findet ca. 40% des US-Mais in der Ethanolindustrie Verwendung.

© Kaack-Terminhandel GmbH