Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 06.07.2020 - 10.07.2020

Weizen

Seit Mittwoch ist ein deutlicher Aufschwung am Weizenmarkt zu spüren. Ausschlaggebend waren Abwärtskorrekturen der Ernteprognosen für einige wichtige Anbauländer. In Frankreich senkte das Statistikamt Agreste die Ernteerwartung auf 31,31 Mio.t. Das wäre ein Minus von 21% zum Vorjahr. Die daraus resultierenden Exportmengen könnten auf nur 7,8 Mio. t sinken. Im Vergleich zum Rekordjahr 19/20, in dem die Exporte in Drittländer auf 13,6 Mio. t kletterten würde sich ein Defizit von deutlichen 43% ergeben. Gleichzeitig wird aber auch eine um 8% geringere Erntemengen für die Ukraine geschätzt und für Russland senkten die Analysten von IKAR die Prognosen um 1,5 Mio. t auf 78 Mio. t. Auch von der südlichen Halbkugel gab es weitere Abwärtskorrekturen. Wie die Börse in Rosario mitteilte, fällt die Anbaufläche Argentiniens kleiner aus als erwartet und die Ernteprognosen schrumpfen von 22 Mio. t auf 18-19 Mio. t. Unterm Strich sorgen diese Reduktionen für einen preislichen Auftrieb. In den USA kletterten die Kurse mit Schwung über die 5-Dollar-Marke und an der Matif ist die 190-Euro-Marke in greifbare Nähe gerückt. Diese Situation könnte sich weiter verbessern, falls auch im kommenden USDA-Bericht geringere Produktions- und Endbestandszahlen veröffentlicht werden.

 

Soja/Raps

Für den Rapskontrakt ging es seit Mittwoch deutlich bergauf. Der Frontmonat erreichte bereits 387 EUR/t und am Kassamarkt wurde für einige Paritäten bereits 390 EUR/t und mehr aufgerufen. Dass sich die Versorgungslage auch in diesem Jahr nicht entspannen wird, ist seit längerem bekannt. Doch die abschließenden Importzahlen für das Wirtschaftsjahr 19/20 verdeutlichten noch einmal diese Situation. Wie die EU-Kommission veröffentlichte, erreichte die Importmenge einen Rekord von 6,01 Mio. t und überschritt damit die Vorjahresmenge um 42%.  Als Hauptimportländer traten die Niederlande, Frankreich, Belgien und Deutschland auf. Als Lieferanten wurden die Ukraine, Kanada und Australien genannt. Die Sojabohnen hangelten sich zuletzt ebenfalls weiter nach oben und übersprangen die 9-Dollar-Marke. Für positive Impulse sorgten die Wettermeldungen für die US-Anbaugebiete. Hitze und Trockenheit könnte die Ertragserwartung weiter einschränken. Für den kommenden USDA-Bericht wird im Vergleich zum Vormonat eine leichte Erhöhung der Endbestände erwartet. Das könnte den Aufwärtstrend etwas abbremsen.

 

Mais

Gestützt von der positiven Stimmung am Weizenmarkt ging es auch für die Maiskurse weiter in die Gewinnzone. An der Matif erreichte der August-Kontrakt den höchsten Stand seit fünf Monaten und der Juli-Kontrakt an der US-Börse hangelte sich auf ein 4-Monats-Hoch. Am Freitag wird das US-Agrarministerium seinen monatlichen Bericht zur Produktions- und Verbrauchsschätzung (WASDE) veröffentlichen. Nach der deutlichen Reduzierung der US-Anbaufläche im Quartalsbericht gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass nun eine kräftige Abwärtskorrektur der Produktions- und Endbestandszahlen erfolgen wird. Sollte diese jedoch die Erwartungen nicht erfüllen, könnte der Weg der Kurse nach oben wieder gebremst werden. Nicht mehr so ganz positive Nachrichten kamen aus dem Ethanol-Sektor. Die wöchentliche Produktion stieg erneut an und erreichte 914.000 bpd. Doch anders als in den Vorwochen erhöhten sich diesmal auch die Vorräte. Die weitere Entwicklung hängt unter anderem von der Corona-Lage ab und davon, ob weitere Lockdowns erforderlich werden, die zu einem erneuten Rückgang der Biodieselnachfrage führen könnten.

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