Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 13.01.2020 - 17.01.2020

Weizen

Die Aufwärtsbewegung der Weizenkurse setzte sich auch in der vergangenen Woche fort. Mittlerweile bewegt sich der Frontmonat an der Matif bereits über 195 EUR/t. Geschürt wird die gute Stimmung durch die anhaltend gute Exportnachfrage nach EU-Weizen. Insbesondere die französische Ware ist gefragt. Dementsprechend haben die französischen Analysten die Exporte in Nicht-EU-Länder bereits auf 12,4 Mio. t erhöht. Die Endbestände verkleinern sich als Folge auf 2,4 Mio. t und unterschreiten damit den langjährigen Durchschnitt. Weitere stützende Impulse bringen dabei noch die Überlegungen Russlands mit sich, eine Exportbeschränkung für die laufende Saison vorzunehmen. Demnach soll die russische Exportmenge von Jan – Jun 20 auf 20 Mio. t beschränkt werden, um den heimischen Markt zu stützen. Doch ob diese Pläne umgesetzt werden ist noch fraglich. In den USA ging es zuletzt ebenfalls weiter bergauf. Die US-Anbaufläche wurde laut USDA-Bericht nach unten korrigiert, jedoch nicht so stark wie im Vorfeld vermutet worden war. Dennoch sinkt sie auf den geringsten Wert seit 1909. Die globalen Endbestände fallen um ca. 1,5 Mio. t geringer aus, überschreiten aber immer noch die Vorjahresmenge um 10 Mio. t, sodass die Versorgungslage weiterhin als komfortabel beschrieben werden kann.

 

Soja/Raps

Nachdem der Rapskontrakt in der vergangenen Woche auf bis zu 421,50 EUR/t geklettert war, setzten zur Wochenmitte Gewinnmitnahmen ein, die zu kräftigen Verlusten um bis zu 12,50 EUR/t in zwei Tagen führten. Dabei hat sich an den fundamentalen Argumenten kaum etwas verändert. Die Versorgungslage ist knapp, aus der Ukraine ist nicht mehr viel Importware zu erwarten und auch die australische Ernte wird den Bedarf nicht stillen können. Auch in der kommenden Saison wird die Erntemenge vermutlich nicht sehr viel größer ausfallen. Global gesehen wird die Erntemenge laut USDA auf 67,7 Mio. t fallen nach 72,4 Mio. t im Vorjahr. Insbesondere die um ca. 3 Mio. t geringere Erntemenge Europas trägt zu diesem Ergebnis bei. Dennoch steht der Rapskurs derzeit zumindest kurzfristig wieder unter Druck, denn neben der Korrekturbewegung belastet auch die schwächere Palmölnotierung. Auch die Sojabohnen tendieren derzeit zur Schwäche. Das Teilabkommen zwischen den USA und China ist zwar unterschrieben worden, doch es wurden keine Zahlen bezüglich einer bestimmten Menge an US-Exporten Richtung China genannt. Das Reich der Mitte möchte sich trotz der Einigung nicht nur auf US-Ware festlegen. Das enttäuschte die Marktteilnehmer und animierte zum Verkauf. Der Frontmonat rutschte entsprechende auf 925,25 ct/bu zurück.

 

Mais

Der neue Frontmonat an der Matif kletterte im Wochenverlauf zwischenzeitlich auf 173,50 EUR/t gab zuletzt aber wieder auf 172,75 EUR/t nach. An der US-Börse gab es nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes zunächst einen kleinen Aufschwung auf 389,50 ct/bu. Die US-Experten ermittelten einen höheren Verbrauch in den USA für Futter und Ethanol, sodass trotz erhöhter Anfangsbestände die Endbestände auf 48 Mio. t sanken. Das sorgte für ein wenig Auftrieb. Auch die globalen Endbestände wurden nach unten korrigiert und liegen mittlerweile unter der 300-Mio. t-Marke. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich damit ein Minus von ca. 23 Mio. t. Dennoch wirkten an den letzten Handelstagen wieder schwächere Impulse auf die US-Kurse ein. Das Teilabkommen zwischen den USA und China wurde endlich unterschrieben, doch leider fehlt es weiterhin an konkreten Angaben, welche Mengen an US-Mais nachgefragt werden sollen. Zudem belasten die besseren Witterungsbedingungen in Südamerika. Laut USDA-Bericht wird sich die südamerikanische Erntemenge auf 101 Mio. t für Brasilien und 50 Mio. t für Argentinien belaufen. Damit gerieten die Maiskurse wieder unter Druck.

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