Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 23.01.2023 - 29.01.2023

Weizen

Auf dem Weizenmarkt ging es in der vergangenen Woche weiter bergab und auch am Montag schloss die Euronext mit roten Vorzeichen auf einem Elf-Monats-Tief. Am Dienstag und Mittwoch gelang eine Korrektur mit Tagesgewinnen von jeweils über 2 €. Am Mittwoch schloss der Frontmonat März23 an der Euronext bei 284,50 €/t. Im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche ist das ein Minus 4,25 €. Für den Rebound werden zwei Faktoren verantwortlich gemacht. Das Kursniveau von 280 € scheint Käufer animiert zu haben wieder einzusteigen. Aufmerksam beobachtet wurde auch die Entscheidung zu Panzerlieferungen an die Ukraine. Dies weckte neue Ängste vor einem Scheitern des Abkommens für die ukrainischen Exporte über das Schwarze Meer. In Europa scheinen die Winterweizenbestände bisher gut durch den Winter zu kommen. Der europäische Prognosedienst Mars und das russische Agrarministerium sahen in ihren Analysen keine größeren Probleme. Im Weizenexport bleibt Russland tonangebend. Der Euro bewegt sich weiter zwischen 1,08 und 1,09 US-$. Laut einer Umfrage des Magazins Farm Futures wollen die Landwirte in den USA die Weizenfläche zur neuen Ernte ausweiten.

 

Soja/Raps

Die Rapsnotierungen an der Euronext haben nach sieben negativen Sitzungen in Folge am Dienstag erstmals wieder leicht zugelegt. Auch am Mittwoch ging es noch einmal nach oben – mit Ausnahme des Frontmonats Februar, der am 31. Januar ausläuft. Der meistgehandelte Mai-Future schloss am Mittwoch bei 529,25 €/t, das sind 14,25 € weniger als vor einer Woche. Der Rebound war vor allem technisch bedingt. Nach den starken Verlusten seit dem Jahreswechsel war eine Korrektur überfällig. Für eine Umkehr des Abwärtstrends reichen die jüngsten Gewinne nicht aus, zumal sich an der grundsätzlichen Lage mit einem großen Rapsangebot auf dem Weltmarkt nichts geändert hat. In Chicago gaben Sojabohnen in den vergangenen Tagen deutlich nach. Regenfälle in Argentinien könnten die Ertragseinbußen etwas mindern. In Brasilien startet die Ernte etwas langsamer, aber es wird weiter ein Rekordergebnis erwartet. Eine Umfrage des Farm Futures Magazins zeigt, dass die US-Farmer im Frühjahr mehr Sojabohnen anpflanzen wollen als im vergangenen Jahr.

 

Mais

Die Maisnotierungen in Chicago konnte sich der negativen Entwicklung bei den Sojabohnen nicht ganz entziehen. Die Trockenheit in Argentinien hatte zuletzt für steigende Maiskurse gesorgt. Regenfälle  in den wichtigsten Anbaugebieten des südamerikanischen Landes  haben die Lage nun etwas entspannt. Dadurch wird die Aussaat auf den noch fehlenden 800.000 ha ermöglicht und die jungen Maisbestände haben bessere Entwicklungschancen. Am Mittwoch schloss Mais in Chicago bei 674,75 ct/bu, das waren 6,5 ct weniger als vor einer Woche. An der Euronext gab Mais binnen einer Woche um 5,75 € auf 247,75 €/t nach. Trotz der schwachen Maisernte im vergangenen Jahr bleiben die Preise unter Druck. Dafür sorgen die großen Importmengen. Vom 1. Juli bis zum 22. Januar importierte die EU 16,1 Mio t Mais, das waren 81 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Größter Lieferant ist die Ukraine mit 7,5 Mio t, gefolgt von Brasilien mit 7,3 Mio t. Eine Umfrage des Farm Futures Magazins zeigt, dass die US-Farmer im Frühjahr mehr Mais anpflanzen wollen als im vergangenen Jahr.

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