Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 09.09.2019 - 13.09.2019

Weizen

Der September-Kontrakt hat sich nun von der Börse verabschiedet und beendete seine Performance bei 157,50 EUR/t. Der folgende Dezember-Kontrakt erreichte zwischenzeitlich wieder die 170-Euro-Marke. Auch der US-Weizen zeigte sich stabiler und kletterte auf 482,25 ct/bu. Für stützende Impulse sorgten Abwärtskorrekturen der australischen und argentinischen Erntemengen. Wie das australische Landwirtschaftsamt ABARES mitteilte, wurde die Ernteschätzung um ca. 2,1 Mio. t zum Juni-Bericht auf 19,1 Mio. t zurückgenommen. Die Ursache ist hier in den trockenen Witterungsbedingungen vieler Anbauregionen zu suchen. Ebenso machen sich die geringen Niederschläge in Argentinien bemerkbar und es bleibt fraglich, ob die vom USDA erwarteten 20,5 Mio. t noch erreicht werden können. Auf der anderen Seite belasten jedoch die Aufwärtskorrekturen auf der Nordhalbkugel. Der französische Landwirtschaftsminister erhöhte die Ernteerwartung auf 39,5 Mio. t und auch für die Ukraine wurde die Prognose auf 28,3 Mio. t angehoben. Unterm Strich zeichnet sich also eine komfortable Versorgungslage ab. Heute wird der monatliche USDA-Bericht veröffentlicht. Laut Analystenmeinung werden leicht höhere Endbestände erwartet. Bei einer deutlichen Erhöhung würde sich erneuter Druck auf die Kurse aufbauen.

 

Soja/Raps

Der Rapskontrakt erreichte zum Wochenbeginn noch einmal die 383-Euro-Marke und gab anschließend wieder nach. Damit folgte er den Sojabohnen, die zur Wochenmitte ebenfalls schwächer notierten. Wie in den vergangenen Monaten bewegt die Handelskrise zwischen den USA und China immer wieder die Kurse in die eine oder andere Richtung. Die neuesten Meldungen sorgten wieder einmal für Druck. Medienberichten zufolge hat China mit Argentinien einen neuen Lieferanten für Sojamehl gewonnen. Argentinien gilt als größter Exporteur von Sojamehl und China ist auf der Suche nach neuen Quellen um den Bedarf für die Futterindustrie zu decken, ohne auf die USA zurückgreifen zu müssen. Mit dem neuen Abkommen könnten sich die jährlichen Exporte auf 5 Mio. t belaufen. Der Importbedarf an Sojabohnen betrug laut August-Bericht des USDA 85 Mio. t. Ein weiteres spannendes Thema, das für Bewegung an der Börse sorgen könnte ist der heutige USDA-Bericht. Laut einer Analystenumfrage wird im Vergleich zum Vormonatsbericht mit Abwärtskorrekturen der globalen und US-Endbestände für 19/20 gerechnet.

 

Mais

Nachdem der Matif-Mais zum Ende der Woche seinen Tiefpunkt bei 161 EUR/t erreicht hatte, ging es zunächst wieder bergauf. Zuletzt landete der Schlusskurs bei 162,50 EUR/t. Der US-Kontrakt konnte im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls ein kleines Plus verbuchen und hangelte sich auf 360 ct/bu. Diese Stabilisierung ist zurückzuführen auf die Senkung der Bonitierung der US-Bestände im aktuellen Crop Progress Report. Das USDA reduzierte den Anteil der gut/exzellent entwickelten Pflanzen um 3% auf 55%. Das überraschte die Marktteilnehmer, da sich die Wetterbedingungen besser entwickelt hatten als zuvor erwartet worden war. Für Bewegung könnte die heutige USDA-Schätzung sorgen. Die Analysten-Meinungen gehen dazu deutlich auseinander. Im Schnitt werden aber die Erträge auf 167,2 bpa geschätzt (Vormonat: 169,5 bpa), die Produktion soll sich entsprechend auf 13.672 bn bu reduzieren (Vormonat: 13.901 bn bu). Bei einer deutlicheren Abwärtskorrektur ist mit steigenden Kursen zu rechnen.

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