Marktentwicklung im Rückblick

Woche vom 15.04.2019 - 19.04.2019

Weizen

Die Weizenkurse verloren zuletzt sowohl an der CBoT als auch an der MATiF. Ausschlaggebend war vor allem die Meldung von SovEcon, dass für die kommende Saison 2019/20 eine russische Erntemenge von 83,4 Mio t erwartet wird. Ein Anstieg von 3,4 Mio t bzw. 4,25% zur letzten Prognose. Sollte diese Menge tatsächlich produziert werden, würde die zweitgrößte russische Ernte seit Beginn der Aufzeichnungen durch das USDA entstehen. Der Rekord kommt aus dem Jahr 2017 mit 85,0 Mio t. Darüber hinaus wurde im Crop Progress Report des US-Agrarministeriums bekanntgegeben, dass sich die Bestände dort gut entwickeln. In der Kategorie gut bis exzellent befinden sich 60% der Winterweizenbestände. Zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahres gab es einen so hohen Wert zuletzt 2012. Im Gegensatz dazu kamen die Auspflanzungen des Sommerweizens nur zögerlich voran. Der Fortschritt beträgt aktuell 2%, im Schnitt der letzten Jahre waren es zu gleichen Zeit schon 13%. Ausschlaggebend waren unter anderem die schlechten Wetterbedingungen, für Impulse sorgte dies allerdings nicht.

 

Soja/Raps

Raps konnte sich unter anderem dank des schwachen Euros an der MATiF stabil halten, während die Sojabohnen an der CBoT im Wochenverlauf verloren. Drückende Nachrichten kamen vor allem aus Südamerika. Zunächst wurde der Erntefortschritt Argentiniens zu Wochenbeginn mit ordentlichen 17% angegeben, im Schnitt der letzten Jahre waren es zum selben Zeitpunkt 2% weniger. Darüber hinaus wurde die Erwartung der brasilianischen Produktion von Celeres im Wochenverlauf um 2,0 Mio t auf 115,8 Mio t erhöht. Laut USDA der dritthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Außerdem bleibt die gesamte Situation um China und die USA unsicher. Zunächst dürfte der Bedarf nach Soja in Zukunft deutlich geringer ausfallen, da die Schweinebestände aufgrund der ASP um 30% zurückgegangen sind. Auf der anderen Seite sind bei den Gesprächen der beiden Länder kaum Fortschritte zu erkennen. Es gibt viele Bekenntnisse seitens der USA, ein Vertrag ist bisher jedoch nicht zustande gekommen.

 

Mais

Die Maiskurse bewegten sich seitwärts, vereinzelt gab es an beiden Börsen auch leichte Verluste. Die argentinische Ernte kommt derzeit gut voran und ist bereits zu 21% abgeschlossen. Damit liegt der Vorsprung zum Durchschnitt bei 2%, was die Kurse belastete. Darüber hinaus bauten die US-Fonds ihre Verkaufspositionen aus und drückten auf die Preise. Das birgt über kurz oder lang aber auch die Möglichkeit von umfangreichen Shortglattstellungen und somit Käufen, die den Markt etwas entlasten würden.

Einige Meldungen dürften den Maiskursen jedoch auch Unterstützung bieten. Die Wetterbedingungen in den USA sind nach wie vor zu nass, sodass die Auspflanzungen noch weiter verzögert werden könnten. Darüber hinaus stieg die Ethanolproduktion laut EIA deutlich an. In der zurückliegenden Woche wurden 14.000 Barrel pro Tag mehr produziert als in der Vorwoche. Die tägliche Produktion liegt nun bei 1,016 Barrel pro Tag.

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