Früh geimpft stinkt nicht

14.02.2022

Forscher des Thünen-Institutes für Ökologischen Landbau und von der Universität Göttingen haben erstmals eine sehr frühe Impfung bei männlichen Ferkeln erprobt, um Ebergeruch beim Fleischverzehr zu vermeiden.
Das Projektteam erhob umfangreiche Daten zu den Auswirkungen auf die Mastleistung, auf die Fleisch- und Fettqualität sowie auf das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Animals erschienen.

Insgesamt 109 Schweine wurden in drei Versuchsgängen entweder sehr früh, also in der dritten und siebten Lebenswoche, oder herkömmlich während der Mast in der 12. Und 19. Lebenswoche mit Improvac geimpft.
Bei über 90 % der Versuchstiere wurde die Entwicklung von Ebergeruch zuverlässig gehemmt. Die Produktionsleistungen sowie das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere unterschieden sich nicht zwischen den beiden Impfverfahren. Bei der Fleisch- und Fettqualität gab es keine nennenswerte Unterschiede zur herkömmlichen Anwendung der Immunokastration während der Mast.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Immunokastration als nicht invasive Maßnahme besonders geeignet ist, um bereits im frühen Stadium die Entstehung von Ebergeruch zu beeinflussen, ohne die Ferkel Stress einer chirurgischen Kastration auszusetzen.
Offen bleibt, ob eine höhere als die im Versuch eingesetzte Impfdosis Geruchsabweichungen vollständig verhindern kann.

Quelle: „Früh geimpft stinkt nicht“ aus DGS Magazin 9/2021

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